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11 Arten der Liebe in Beziehungen: Welche prägt Ihre Partnerschaft?

Entdecken Sie die 11 verschiedenen Arten der Liebe in Beziehungen und ihre Anzeichen. Von leidenschaftlichem Eros bis zur bedingungslosen Agape - ein Psychologe erklärt, wie Sie Ihre Bindung erkennen und vertiefen können.

8 Min. Lesezeit
Aktualisiert 2. September 2025

Die folgenden Geschichten basieren auf realen Erfahrungen aus meiner Praxis, wurden jedoch anonymisiert und verändert. Sie dienen als Inspiration für Veränderung und ersetzen keine professionelle Beratung.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an einem regnerischen Nachmittag Ihrem Partner gegenüber in einem kleinen Café. Der Dampf steigt aus Ihrer Kaffeetasse auf wie unausgesprochene Worte zwischen Ihnen. Ihre Hand streift die seine, und plötzlich verengt sich die Welt auf diesen einen Berührungspunkt - ein Funke, der gleichzeitig aufregend und beängstigend ist.

Kennen Sie dieses Gefühl? Diesen Moment, in dem die Liebe sich nicht als große Erklärung zeigt, sondern als subtile Verschiebung in der Luft, die Ihr Herz schneller schlagen lässt?

Als Psychologe für Paarberatung, der Hunderte von Menschen auf ihrem Beziehungsweg begleitet hat, weiß ich, wie diese alltäglichen Begegnungen die tieferen Strömungen unserer Partnerschaften offenbaren können.

Vielleicht kennen Sie folgende Fragen ja auch:

  • Welche Art der Liebe prägt unsere Beziehung wirklich?
  • Warum fühlt sich unsere Liebe manchmal so anders an als zu Beginn?
  • Ist das, was wir haben, wirklich Liebe - oder nur Gewohnheit?

In diesem Artikel erkunden wir die 11 verschiedenen Arten der Liebe in Beziehungen und ihre Anzeichen. Von den ersten Schmetterlingen bis zu den tiefen Bindungen, die uns durch alle Lebensphasen tragen.

Die fünf Grundpfeiler: Eros, Philia, Storge, Agape und Ludus

Bevor wir in die Tiefe gehen, lohnt ein Blick auf die fünf grundlegenden Liebesformen, die oft das Fundament unserer Beziehungen bilden. Diese stammen aus der altgriechischen Philosophie und wurden von modernen Psychologen wie Robert Sternberg weiterentwickelt.

Eros - die leidenschaftliche Liebe, benannt nach dem griechischen Gott - trifft uns wie ein Sommergewitter. Intensiv, alles verzehrend. Es ist die Liebe, die Ihre Haut kribbeln lässt, wenn sich Ihre Blicke in einem vollen Raum treffen.

Anzeichen: Diese magnetische Anziehung, die nächtlichen Nachrichten, die Sie wach halten, die körperliche Nähe, die sich elektrisch anfühlt. Aber Eros allein kann ausbrennen, wenn er nicht gepflegt wird.

Philia ist die stille Stärke der Freundschaft. Es ist die Liebe, bei der Sie Schweigen genauso bequem teilen wie Gespräche - aufgebaut auf gegenseitigem Respekt und geteilten Freuden.

Anzeichen: Der Freund, der Ihre Kaffeebestellung und Ihre Träume kennt, ohne zu fragen. In Partnerschaften wird Philia zum Klebstoff, der hält, wenn die Leidenschaft nachlässt.

Storge wächst wie eine alte Eiche - beständig und familiär. Es ist die Zuneigung, die sich über die Zeit entwickelt, geprägt von Loyalität und Zugehörigkeit.

Anzeichen: Die Art, wie Geschwister streiten und sich dennoch beschützen. Oder wie langjährige Paare die Sätze des anderen beenden.

Agape, die selbstlose Geberin, fließt ohne Erwartung wie ein Fluss, der das Land um sich herum nährt. Sie ist bedingungslos und stellt das Wohlergehen des anderen über das eigene.

Anzeichen: Kleine Opfer wie Zuhören, wenn Sie erschöpft sind. Vergeben, ohne Punkte zu zählen.

Ludus ist der spielerische Tanz - unbeschwert und frei, geprägt von leichtherzigen Interaktionen wie neckendem Geplänkel oder spontanen Abenteuern.

Anzeichen: Schmetterlinge von einem Augenzwinkern, Lachen, das unerwartet aufsteigt.


Kommen Ihnen diese Muster bekannt vor?

Bei HalloPsychologe.de begleiten wir als Team erfahrener Psychologen Paare dabei, ihre Beziehungsdynamik zu verstehen und zu vertiefen. In unserer Paarberatung helfen wir Ihnen, die verschiedenen Facetten Ihrer Liebe zu erkennen und bewusst zu pflegen.

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Von der Verliebtheit zur reifen Liebe: Anna und Michaels Geschichte

In meiner Praxis lernte ich Anna und Michael kennen. Anna beschrieb ihre Anfangszeit als Wirbelwind der Verliebtheit - die Art, bei der jeder Blick sich wie ein Feuerwerk anfühlte.

“Am Anfang konnte ich an nichts anderes denken”, erzählte Anna. “Wenn er mir schrieb, bekam ich Herzrasen. Wenn er nicht schrieb, auch.”

Aber jetzt, Jahre später, fragte sie sich, ob sich ihre Liebe vertieft oder nur abgestumpft hatte.

Anzeichen der Verliebtheit: Rasendes Herz, obsessive Tagträume, ein Druck im Magen, wenn der andere in der Nähe ist. Es ist aufregend, aber kurzlebig - oft ein Deckmantel für tiefere Inkompatibilitäten.

Michael nickte nachdenklich: “Ich erinnere mich, wie ich früher stundenlang auf eine Nachricht von dir gewartet habe. Heute weiß ich, dass du für mich da bist - das muss ich nicht mehr so intensiv spüren.”

In der Beratung erforschten wir, wie sich ihre Beziehung zur kameradschaftlichen Liebe entwickelt hatte - diese warme, beständige Zuneigung, die auf gemeinsamer Geschichte aufbaut.

Anzeichen: Gegenseitige Unterstützung durch die Stürme des Lebens, geteilte Ziele, Komfort in der Stille. Es ist die Liebe, bei der Leidenschaft köchelt statt brodelt.

Die Schattenseiten: Wenn Liebe zur Obsession wird

Nicht alle Formen der Liebe sind gesund. Obsessive Liebe schleicht sich heran wie Schatten, die sich in der Dämmerung verlängern - getrieben von Angst und Kontrolle.

Sarah rief mich einmal zitternd an. Sie beschrieb ihre Beziehung als Schraubstock - extreme Eifersucht, ständiges Bedürfnis nach Bestätigung, eine Verlustangst, die ihr die Luft abschnürte.

“Ich kontrolliere sein Handy. Ich frage ihn dreimal am Tag, wo er ist. Und trotzdem habe ich immer das Gefühl, er könnte mich verlassen”, gestand sie.

Anzeichen: Besitzergreifung, die isoliert. Emotionale Achterbahnfahrten. Aus der Perspektive der Bindungstheorie entspringt dies oft ängstlichen Bindungsmustern.

In unseren Sitzungen arbeiteten wir daran, Sicherheit durch achtsame Präsenz aufzubauen - nicht durch Kontrolle.

Unerwiderte Liebe und die Kraft des Loslassens

Unerwiderte Liebe - dieses schmerzhafte einseitige Sehnen - ist wie Rufen in einen leeren Raum, wo nur das Echo zurückkehrt.

Thomas kam zu mir, nachdem er monatelang für eine Kollegin geschwärmt hatte, die seine Gefühle nicht erwiderte.

“Ich weiß, dass sie mich nicht so sieht”, sagte er. “Aber ich kann nicht aufhören, an sie zu denken. Es ist wie ein Loch in meiner Brust.”

Anzeichen: Anhaltende Fixierung, Wellen der Traurigkeit, eine Leere im Inneren.

Ich begleitete Thomas dabei, seine Gefühle in einem Tagebuch zu verarbeiten. Schritt für Schritt verwandelte sich der Schmerz in Selbstmitgefühl und schließlich in die Fähigkeit, weiterzugehen.

Die tieferen Dimensionen: Pragmatische, manische und bedingungslose Liebe

Pragmatische Liebe nähert sich wie eine gut geplante Landkarte - logisch, mit Blick auf Kompatibilität durch praktische Linsen.

Anzeichen: Gespräche über Ziele, methodisches Abwägen der Zukunft. Sie ist geerdet, kann aber kühl wirken. In der Beratung helfe ich Paaren, sie mit Wärme zu durchdringen.

Manische Liebe wogt wie ein Sturm auf See - intensive Leidenschaft vermischt mit Angst, Höhen und Tiefen, die erschöpfen.

Anzeichen: Obsession verwoben mit Unsicherheit, Bedürftigkeit, die belastet. Therapeutisch entpacken wir die Abwehrmechanismen und fördern ruhigere Gewässer.

Bedingungslose Liebe umarmt Fehler wie Sonnenlicht auf Unvollkommenheiten - Akzeptanz ohne Bedingungen.

Anzeichen: Vergebung, die frei fließt. Unterstützung durch alles hindurch. Sie ist rein, oft spirituell, und transzendiert körperliche Bedürfnisse.

Vergebende Liebe flickt wie das Nähen eines geliebten Quilts - Empathie über Groll, Anerkennung der Menschlichkeit.

Anzeichen: Loslassen mit Verständnis, Wertschätzung der Bindung über Fehler hinweg. Sie ist reif, geboren aus emotionaler Intelligenz.

Stefanie und Julians Weg: Von der Krise zur Klarheit

Lassen Sie mich von Stefanie und Julian erzählen, die in einer Zeit der Turbulenzen zu mir kamen. Ihre Liebe begann als Ludus - spielerisch, leicht. Aber sie hatte sich zu etwas Manischem entwickelt, mit Eifersucht, die das Vertrauen aushöhlte.

“Ich verstehe nicht, warum ich so reagiere”, sagte Stefanie. “Ich weiß, dass Julian mich liebt. Aber sobald er mit einer anderen Frau spricht, dreht sich alles in mir.”

Julian seufzte: “Ich fühle mich, als würde ich auf Eierschalen laufen. Egal was ich tue, es ist falsch.”

Mit systemischen Fragen wie “Wie bemerken Sie die Angst in Ihrem Körper?” bauten wir Bewusstsein auf. Sie erkannte, dass ihre Reaktionen aus früheren Verlassenheitserfahrungen stammten. Er verstand, dass seine Defensivität ein Schutzschild war.

Gemeinsam praktizierten sie kameradschaftliche Rituale - wöchentliche Spaziergänge, bei denen sie ihre Träume teilten - und fügten spielerische Elemente hinzu, um die Freude neu zu entfachen.

Heute ist ihre Bindung beständig - ein Zeugnis dafür, was achtsame Pflege bewirken kann.

Praktische Schritte: So kultivieren Sie Ihre Liebe

Um dieses Wissen anzuwenden, beginnen Sie klein:

  1. Reflektieren Sie über Ihre Beziehung - Welche Liebesart dominiert? Führen Sie ein Tagebuch über die Anzeichen, die Sie bemerken.

  2. Sprechen Sie mit Ihrem Partner - Fragen Sie: “Auf welche grundlegende Liebe stützen wir uns?”

  3. Üben Sie wöchentlich einen Akt der Agape - Bemerken Sie, wie es die Dynamik verändert.

  4. Suchen Sie Unterstützung, wenn Sie feststecken - Therapie kann helfen, Bindungsmuster zu erforschen.

Denken Sie daran: Liebe entwickelt sich. Mit Neugier und Empathie können Sie ein reicheres Gewebe weben.

Am Ende geht es beim Verstehen dieser Liebesarten nicht darum, Etiketten zu vergeben, sondern Wege zu tieferer Verbindung zu beleuchten. Sie schaffen das.


Ihr nächster Schritt

Wenn Sie sich in diesem Artikel wiedererkennen, lade ich Sie herzlich ein, den ersten Schritt zu machen. Auf HalloPsychologe.de biete ich gemeinsam mit meinem Team Online-Beratung für Paare und Einzelpersonen an.

Mehr Impulse finden Sie auf meinem YouTube-Kanal @PsychPatric oder folgen Sie mir auf Instagram @psypatric.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Patric Pförtner

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Psychologe M.Sc. Patric Pförtner

Über den Autor

Psychologe M.Sc. Patric Pförtner

M.Sc. Psychologe · Positive Psychologie · Online-Beratung

Als Psychologe liegt mir am Herzen, psychologisches Wissen verständlich und praxisnah zu vermitteln. Meine Artikel basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und meiner Erfahrung aus der Beratungspraxis – damit Sie konkrete Impulse für Ihr Leben mitnehmen können.

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