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Eheberatung vor der Scheidung: 5 Gründe, warum Sie jetzt handeln sollten

Entdecken Sie 5 entscheidende Vorteile der Eheberatung vor einer Scheidung. Als erfahrener Psychologe für Paarberatung zeige ich Ihnen, wie Therapie Klarheit schafft, Kommunikation verbessert und gesündere Wege ermöglicht.

16 Min. Lesezeit
Aktualisiert 20. August 2025

Eheberatung vor der Scheidung: 5 Gründe, warum Sie jetzt handeln sollten

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Klarheit gewinnen - Beratung hilft zu verstehen, ob die Ehe noch zu retten ist oder eine Trennung der bessere Weg wäre
  • Kommunikation verbessern - Lernen Sie Techniken, um Bedürfnisse auszudrücken ohne den Partner anzugreifen
  • Kinder schützen - Professionelle Begleitung minimiert emotionale Schäden für Ihre Kinder
  • Kosten sparen - Paarberatung ist oft günstiger als ein strittiger Scheidungsprozess

Die folgenden Geschichten basieren auf realen Erfahrungen aus meiner Praxis, wurden jedoch anonymisiert und verändert. Sie dienen als Inspiration für Veränderung und ersetzen keine professionelle Beratung.

Stellen Sie sich vor: Es ist ein regnerischer Dienstagabend, und Sie sitzen Ihrem Partner am Küchentisch gegenüber. Der Dampf aus den unberührten Teetassen steigt auf wie unausgesprochene Vorwürfe. Der Streit begann klein – eine vergessene Besorgung, ein scharfes Wort – doch jetzt ist er eskaliert in das vertraute Terrain aus Anschuldigungen und Schweigen. Ihr Herz pocht vor Frustration und Angst, während Sie sich fragen, ob dies der Abend ist, an dem einer von Ihnen endlich sagt: „Ich will die Scheidung.”

Wir alle kennen solche Momente, nicht wahr? Diese stillen Stürme in unseren vier Wänden, in denen die Liebe durch unsere Finger zu rinnen scheint wie Sand. Als Psychologe für Paarberatung kenne ich diese Szene nur zu gut – nicht nur aus meiner Praxis, sondern auch aus dem Leben vieler Paare, die zu mir kommen.

Anna und Michael saßen genau so vor mir. Nach 12 Jahren Ehe und zwei Kindern hatten sie das Gefühl, einander fremd geworden zu sein. „Wir sind wie Mitbewohner”, sagte Anna mit tränenerstickter Stimme. „Ich liebe ihn noch, aber ich weiß nicht mehr, ob das reicht.” Michael nickte stumm, die Schultern nach vorne gesunken, der Blick auf seine Hände gerichtet.

Solche Momente sind entscheidend. Der Punkt, an dem Paare sich fragen: Kämpfen wir noch, oder lassen wir los? Und genau hier beginnt die Reise, die ich Ihnen heute zeigen möchte – eine Reise, die nicht immer zur Versöhnung führt, aber immer zu Klarheit.

Warum Paartherapie vor der Scheidung überhaupt Sinn macht

Viele von uns stolpern in Beziehungen mit der romantischen Annahme, Liebe könne alles überwinden. Doch das Leben prüft diese Überzeugung auf eine Weise, die wir uns am Hochzeitstag nicht vorstellen können. Wenn Konflikte entstehen – jene destruktiven Muster aus Kritik, Abwehr, Verachtung und Mauern, die der renommierte Beziehungsforscher John Gottman die „Vier apokalyptischen Reiter” nennt – scheint Scheidung oft der einzige Ausweg zu sein.

Doch was wäre, wenn ich Ihnen sage, dass Beratung eine Landkarte aus dem Nebel bietet? Es geht nicht darum, eine Versöhnung zu erzwingen oder Ihre Gefühle zu ignorieren. Es geht um Klarheit – die Klarheit zu verstehen, was wirklich in Ihrer Beziehung geschieht und welche Optionen Sie tatsächlich haben.

Sarah, eine 42-jährige Lehrerin, erzählte mir in unserer ersten Sitzung: „Meine Mutter sagte immer, zur Beratung zu gehen bedeutet, dass man versagt hat. Dass man es nicht alleine schafft.” Diese Scham ist weit verbreitet und hält so viele Paare davon ab, rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Eine aktuelle Studie zeigt: Weniger als die Hälfte aller Paare versucht vor der Scheidung eine Beratung. Warum? Oft ist es genau dieser Mythos, dass Beratung gleichbedeutend mit einem Eingeständnis des Scheiterns sei. Oder die Angst, dass sie ohnehin nichts ändert. Doch aus meiner eigenen Erfahrung als Therapeut und den unzähligen Sitzungen mit Paaren kann ich Ihnen versichern: Paartherapie ist kein Eingeständnis des Scheiterns – sie ist ein Akt des Mutes.


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Grund 1: Klarheit gewinnen – Ist Scheidung wirklich die Lösung?

Das erste und vielleicht wertvollste Geschenk der Beratung ist Perspektive – wie aus einem Sturm zu treten und endlich den Horizont zu sehen. Viele Paare, gefangen im Dilemma zwischen Scheidung und einem letzten Versuch, betreten meine Praxis völlig verstrickt in ihren Emotionen. „Ist das das Ende?”, fragen sie. Beratung klärt den Kopf und zeigt, ob die Bindung irreparabel gebrochen oder „nur” tief verletzt ist.

Nehmen wir Julia und Thomas. Verheiratet seit 15 Jahren, hatte Julia bereits die Scheidungspapiere beim Anwalt liegen, nachdem sie sich jahrelang unsichtbar und ungehört fühlte. Thomas stimmte den Beratungssitzungen widerwillig zu – „nur um sagen zu können, wir hätten es versucht”, wie er es formulierte.

Doch dann geschah etwas Unerwartetes. Durch Techniken des reflektierenden Zuhörens – bei denen jeder die Worte und Gefühle des anderen ohne sofortiges Urteil wiederholt – konnte Julia endlich ihre tiefe Erschöpfung artikulieren. „Ich fühle mich wie ein Möbelstück in diesem Haus”, sagte sie. „Du siehst mich nicht mehr als Frau, nur noch als Organisatorin des Alltags.”

Thomas, der diese Worte wirklich hören musste, entdeckte in den Sitzungen, dass seine Arbeitssucht eine Flucht vor eigenen Unsicherheiten war. „Ich hatte Angst, nicht gut genug zu sein”, gestand er. „Also habe ich mich in die Arbeit gestürzt, wo ich Anerkennung bekam.”

Am Ende entschieden sich Julia und Thomas für eine einvernehmliche Trennung – aber nicht aus Wut oder Verbitterung, sondern aus einem klaren Verständnis, dass ihre Lebenswege sich getrennt hatten. Sie verließen die Beratung mit Werkzeugen für den individuellen Neuanfang und einem respektvollen Umgang miteinander als Co-Eltern. Ohne Beratung hätte Groll und Verbitterung ihr gemeinsames Elternsein auf Jahre vergiftet.

Ein guter Therapeut drängt keine Agenda auf – wir begleiten Sie zu Ihrer eigenen Wahrheit. Manchmal bedeutet diese Wahrheit Heilung, manchmal bedeutet sie einen würdevollen Abschied.

Grund 2: Kommunikation und Empathie neu lernen

Kommunikation ist der Herzschlag jeder Beziehung, und doch ist sie oft das Erste, das verstummt oder in destruktive Muster verfällt. In der Beratung bauen wir sie Stein für Stein wieder auf – lernen, Bedürfnisse auszudrücken, ohne den anderen anzugreifen oder zu beschuldigen.

Ich erinnere mich lebhaft an Katharina und Markus. Ihre Streitigkeiten waren ein Lehrbuchbeispiel für Gottmans „Vier apokalyptische Reiter”: Katharinas ständige Kritik an seiner Unpünktlichkeit („Du kommst immer zu spät, das ist respektlos!”), Markus’ sofortige Abwehr mit Gegenkritik („Du bist auch nicht perfekt, letzte Woche hast du…”), die schließlich in eisiges Schweigen und emotionale Mauern mündeten.

In unseren Sitzungen führten wir systemische Fragen ein: „Katharina, wie fühlt sich diese Unpünktlichkeit in Ihrem Körper an? Welche tiefere Angst weckt sie in Ihnen?” Katharina bemerkte eine Enge in ihrer Brust – ein Gefühl, nicht wichtig genug zu sein. „Mein Vater kam auch immer zu spät”, erkannte sie plötzlich. „Oder gar nicht. Seine Arbeit war wichtiger als ich.”

Markus wiederum erkannte, dass sein Schweigen und seine Abwehr nicht Gleichgültigkeit ausdrückten, sondern Selbstschutz. „Wenn du mich kritisierst, fühle ich mich wie ein kleiner Junge, der wieder versagt hat”, gestand er.

Durch Rollenspiele und Empathieübungen wechselten sie zu „Ich-Botschaften”: Statt „Du kommst immer zu spät!” lernte Katharina zu sagen: „Wenn du zu spät kommst, fühle ich mich nicht wichtig für dich. Ich brauche das Gefühl, dass unsere gemeinsame Zeit dir etwas bedeutet.”

Sechs Monate später berichteten sie von einer völlig veränderten Dynamik. „Wir reden nicht nur – wir hören einander wirklich zu”, sagte Markus. „Und das Verrückte ist: Jetzt komme ich viel seltener zu spät, weil ich verstehe, was es für Katharina bedeutet.”

Grund 3: Die emotionale Welt Ihrer Kinder schützen

Kinder sind die stillen Zeugen unserer Beziehungsstürme. Sie absorbieren Spannungen wie Schwämme, auch wenn wir glauben, sie bekämen nichts mit. Einer der bewegendsten und wichtigsten Vorteile der Beratung vor einer Scheidung ist die Sicherung der emotionalen Gesundheit Ihrer Kinder – unabhängig davon, ob die Ehe am Ende fortbesteht oder nicht.

Sophie und Philipp kamen mit einem klaren Anliegen zu mir: „Wir können nicht mehr miteinander, aber wir wollen nicht, dass unser Sohn Leon darunter leidet.” Der 8-jährige Leon war in den letzten Monaten immer stiller geworden, zog sich zurück, hatte Albträume.

In unseren Sitzungen arbeiteten wir intensiv an Co-Parenting-Strategien und adressierten, wie unkontrollierte Konflikte vor Kindern langfristige Auswirkungen haben können. Sophie erkannte mit Erschrecken, dass ihre erhobene Stimme während der Auseinandersetzungen die Streitkultur ihrer eigenen Eltern widerspiegelte – ein Muster, das sie eigentlich nie weitergeben wollte.

Philipp wiederum sah, dass sein emotionaler Rückzug und sein Schweigen Leon lehrten, dass Männer nicht über Gefühle sprechen – eine Lektion, die er seinem Sohn keinesfalls mitgeben wollte.

Durch das Erlernen einer friedlichen, respektvollen Kommunikation – auch in Konfliktsituationen – konnten Sophie und Philipp nicht nur ihre eigene Beziehung klären (sie entschieden sich letztlich für eine Trennung), sondern gaben Leon gleichzeitig wertvolle Werkzeuge für sein eigenes Leben mit. „Papa und Mama leben jetzt in verschiedenen Häusern”, erklärten sie ihm gemeinsam, „aber wir streiten nicht mehr so wie früher. Wir haben gelernt, besser miteinander zu reden.”

Heute, zwei Jahre nach der Trennung, erzählt mir Sophie: „Leon blüht wieder auf. Er weiß, dass beide Elternteile ihn lieben und dass wir als Team für ihn da sind – auch wenn wir kein Paar mehr sind. Das hätten wir ohne die Beratung niemals geschafft.”

Beratung vor der Scheidung minimiert den emotionalen Schaden für Kinder erheblich und stellt sicher, dass sie konstruktive Konfliktlösung sehen statt destruktiven Bruch.

Grund 4: Ein finanziell kluger Weg – Langfristig sparen

Scheidung ist nicht nur emotional verheerend – sie ist auch ein finanzielles Erdbeben. Anwaltskosten, Gerichtsverfahren, die Aufteilung des Vermögens, möglicherweise zwei Haushalte statt einem – die finanzielle Belastung kann immens sein.

Beratung vor der Scheidung, obwohl sie eine Vorabinvestition darstellt, spart langfristig oft erhebliche Summen. Es ist wie in ein stabiles Dach zu investieren, bevor der Sturm kommt, statt später die gesamte Wasserschadenbeseitigung zu bezahlen.

Denken Sie an Rebecca und Alexander, beide selbstständige Unternehmer, deren Geschäft eng mit ihrer Ehe verflochten war. Als die Beziehung kriselte, drohte eine Scheidung nicht nur ihre Partnerschaft, sondern auch ihr gemeinsam aufgebautes Unternehmen und damit ihre wirtschaftliche Existenz zu gefährden.

In unseren Beratungssitzungen lag der Fokus zunächst auf der Beziehung selbst, doch schnell wurde klar, dass auch praktische Mediation und Klärung nötig waren. Durch die professionelle Begleitung konnten Rebecca und Alexander – anstatt sich in kostspieligen Rechtsstreitigkeiten zu verlieren – einvernehmliche Lösungen finden.

Sie entwickelten einen klaren Plan: Die Beziehung beenden, aber das Geschäft als professionelle Partner weiterführen. Durch strukturierte Kommunikation und Mediation in der Beratung sparten sie nicht nur Zehntausende Euro an Anwalts- und Gerichtskosten, sondern bewahrten auch ihr Lebenswerk.

„Ohne die Beratung wären wir uns vor Gericht begegnet”, sagt Alexander heute. „Stattdessen haben wir an einem Tisch gesessen und vernünftige Lösungen gefunden. Das hat uns nicht nur Geld gespart, sondern auch unseren Respekt voreinander bewahrt.”

Wichtiger Hinweis: In vielen Fällen übernehmen Krankenkassen einen Teil der Kosten für Paarberatung, besonders wenn sie als psychische Gesundheitsunterstützung oder Präventionsmaßnahme formuliert wird. Prüfen Sie Ihren Tarif oder sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie gerne bei der Klärung der Kostenübernahme.

Beratung erfordert Engagement, Zeit und ja, auch Geld. Aber der Return on Investment – emotional wie finanziell? Unermesslich.

Grund 5: Freude und Verbundenheit wiederentdecken

Nicht jede Geschichte endet mit Trennung. Manchmal – und das sind die Momente, die mich als Therapeut am meisten berühren – entfacht Beratung den Funken neu, der durch Routine, Stress und Alltag gedimmt wurde. Es ist wie das Wiederentdecken eines alten Lieblingspfades im Wald, der plötzlich wieder lebendig wird mit all seinen Möglichkeiten.

Maria und Stefan kamen nach 20 Jahren Ehe zu mir. „Wir sind wie Mitbewohner geworden”, beschrieb Maria ihre Situation. „Wir funktionieren zusammen – Haushalt, Kinder, Finanzen – aber die Liebe, die Verbindung… die ist weg.” Stefan nickte resigniert. „Ich weiß nicht mal mehr, wann wir das letzte Mal richtig miteinander gelacht haben.”

In der Beratung arbeiteten wir zunächst an den tieferliegenden Bindungsmustern. Maria hatte eine starke Verlustangst, die aus ihrer Kindheit stammte – ihr Vater hatte die Familie verlassen, als sie zehn war. Diese Angst führte dazu, dass sie Stefan ständig emotional „testete” – unbewusst prüfte, ob er noch da ist, ob er sie noch liebt.

Stefan wiederum hatte ein vermeidendes Bindungsmuster entwickelt. Seine Strategie war Rückzug, wenn es emotional wurde. „Je mehr Maria von mir wollte, desto mehr zog ich mich zurück. Ich fühlte mich erdrückt”, erkannte er.

Durch gezielte Übungen zum Aufbau von emotionaler und körperlicher Intimität – kleine, strukturierte Rituale wie 10 Minuten täglich nur für einander, ohne Handy, ohne Ablenkung – begannen Maria und Stefan sich wieder zu sehen. Wirklich zu sehen.

„Es war wie sich neu kennenzulernen”, erzählt Maria heute. „Wir haben über Dinge gesprochen, über die wir seit Jahren nicht mehr geredet hatten. Träume, Ängste, Hoffnungen.” Stefan fügt hinzu: „Und wir haben wieder angefangen zu lachen. Über alte Geschichten, über uns selbst, über das Leben.”

Heute, zwei Jahre später, beschreiben beide ihre Ehe als „intensiver und echter als je zuvor”. Die Beratung hat nicht nur ihre Beziehung gerettet – sie hat sie auf ein völlig neues Fundament gestellt.

Selbst wenn am Ende eine Trennung steht – dieser Prozess der Selbsterkenntnis und des emotionalen Wachstums hinterlässt Sie ganzheitlicher, klarer und zufriedener. Das Leben mit oder ohne Partner muss keine Quelle des Unglücks sein. Beratung erinnert uns daran, wie und wo wir echte Freude finden können.

Was Paartherapie konkret von Ihnen verlangt

Seien wir ehrlich: Kein Weg ist ohne Hindernisse, und Paartherapie ist keine Ausnahme. Es ist wichtig, dass Sie mit realistischen Erwartungen in den Prozess gehen.

Zeitinvestment: Therapie erfordert Zeit – nicht nur die Sitzungen selbst (meist wöchentlich oder zweiwöchentlich à 60-90 Minuten), sondern auch die „Hausaufgaben” zwischen den Sitzungen. Neue Kommunikationsmuster üben, Übungen durchführen, reflektieren. In einem ohnehin vollen Leben mit Beruf, Kindern und Verpflichtungen kann das herausfordernd sein.

Finanzielle Investition: Je nach Therapeut und Setting liegen die Kosten für Paartherapie zwischen 80 und 200 Euro pro Sitzung. Über mehrere Monate kann das eine beträchtliche Summe sein. Prüfen Sie die Möglichkeiten der Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse.

Emotionale Arbeit: Therapie wühlt auf. Sie werden mit schmerzhaften Gefühlen, alten Wunden und unbequemen Wahrheiten konfrontiert. Das kann vorübergehend sogar schwerer sein als der Status quo – wie bei einem Muskelkater nach dem ersten Training.

Bereitschaft beider Partner: Besonders herausfordernd wird es, wenn ein Partner wesentlich motivierter ist als der andere. „Ich komme nur mit, weil sie/er es will” – diese Haltung macht echten Fortschritt schwer, wenn auch nicht unmöglich.

Was verlangt Beratung konkret im Umgang mit Kritik, Abwehr und Schweigen – den „apokalyptischen Reitern”? Offenheit für Verletzlichkeit, die Bereitschaft, eigene Anteile zu erkennen, und konsequente Übung auch außerhalb der Sitzungen. Es ist keine Magie – aber konsequente, ehrliche Anstrengung bringt Wachstum.

Eine Geschichte über Vertrauen und Neuanfang

Lassen Sie mich Ihnen von Laura und Christoph erzählen – eine Geschichte, die zeigt, was möglich ist, wenn beide Partner wirklich bereit sind, zu kämpfen.

Nach zehn Jahren Ehe zerschmetterte Christophs Affäre das Vertrauen zwischen ihnen. Laura war am Boden zerstört. „Ich habe die Scheidung gewollt”, erzählte sie mir in der ersten Sitzung mit versteinerten Gesichtszügen. „Ich bin nur hier, weil er mich angefleht hat. Aber ich glaube nicht, dass das noch zu retten ist.”

Christoph saß neben ihr, den Kopf gesenkt, Schuld und Verzweiflung in jeder Faser seines Körpers. „Ich weiß, was ich getan habe. Ich habe alles zerstört. Aber ich liebe sie noch. Ich will kämpfen.”

Die ersten Sitzungen waren hart. Lauras berechtigte Wut, ihr Schmerz, ihr Vertrauensbruch – all das musste Raum bekommen. Gleichzeitig arbeiteten wir daran zu verstehen, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Nicht um die Affäre zu rechtfertigen, sondern um die zugrundeliegenden Beziehungsdynamiken zu erkennen.

Wir entdeckten, dass Laura nach der Geburt ihres zweiten Kindes emotional völlig in ihrer Mutterrolle verschwunden war. „Ich hatte keine Energie mehr für mich, geschweige denn für uns”, erkannte sie. Christoph fühlte sich abgewiesen und unsichtbar – eine Verletzung, die er nie kommuniziert hatte. „Statt zu reden, habe ich die Aufmerksamkeit woanders gesucht. Das war feige und falsch.”

Mithilfe der Gottman-Methode zum Wiederaufbau von Vertrauen nach Untreue arbeiteten wir systematisch: Vollständige Transparenz (alle Passwörter geteilt, Aufenthaltsorte kommuniziert), tägliche emotionale Check-ins (15 Minuten nur für einander, über Gefühle sprechen), und schrittweiser Aufbau von Intimität.

Es war kein linearer Prozess. Es gab Rückschläge, Momente, in denen Laura fast aufgab. „Manchmal kam die Wut einfach wieder hoch, aus dem Nichts”, beschrieb sie. Aber beide blieben dabei.

Heute, drei Jahre später, sagen beide unabhängig voneinander: „Unsere Ehe jetzt ist stärker als je zuvor.” Laura: „Ich hätte nie gedacht, dass ich ihm wieder vertrauen kann. Aber die Arbeit, die wir beide geleistet haben – die Ehrlichkeit, die Verletzlichkeit – hat etwas völlig Neues geschaffen.”

Wäre die Scheidung zuerst gekommen, ohne den Versuch der Beratung, wäre diese Chance auf Heilung und Neuanfang unwiederbringlich verloren gewesen.


Ihr nächster Schritt – Wir sind für Sie da

Wenn Sie sich in diesem Artikel wiedererkennen, wenn Sie spüren, dass Ihre Beziehung an einem Wendepunkt steht, dann lade ich Sie herzlich ein, den ersten Schritt zu machen. Es kostet Mut, Hilfe zu suchen – aber es ist ein Mut, der sich lohnt.

Auf HalloPsychologe.de bieten wir professionelle Online-Beratung für Paare und Einzelpersonen an – diskret, flexibel und mit der nötigen fachlichen Expertise. Als erfahrenes Team begleiten wir Sie auf Ihrem Weg, egal wohin er führt.

Sie möchten erstmal mehr Impulse und Informationen? Besuchen Sie meinen YouTube-Kanal @PsychPatric, wo ich regelmäßig über Beziehungsthemen, Kommunikation und psychologische Erkenntnisse spreche. Oder folgen Sie mir auf Instagram @psypatric für tägliche Denkanstöße und praktische Tipps.

Denken Sie daran: Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Stärke, Selbstfürsorge und dem Wunsch nach einem erfüllten Leben – mit oder ohne Ihren Partner.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Patric Pförtner Psychologe & Psychologe für Paarberatung

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Psychologe M.Sc. Patric Pförtner

Über den Autor

Psychologe M.Sc. Patric Pförtner

M.Sc. Psychologe · Positive Psychologie · Online-Beratung

Als Psychologe liegt mir am Herzen, psychologisches Wissen verständlich und praxisnah zu vermitteln. Meine Artikel basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und meiner Erfahrung aus der Beratungspraxis – damit Sie konkrete Impulse für Ihr Leben mitnehmen können.

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