Die folgenden Geschichten basieren auf realen Erfahrungen aus meiner Praxis, wurden jedoch anonymisiert und verändert. Sie dienen als Inspiration für Veränderung und ersetzen keine professionelle Beratung.
Stellen Sie sich vor: Es ist Sonntagabend, und Anna sitzt ihrem Partner Michael am Küchentisch gegenüber. Der Kaffee ist längst kalt geworden, aber keiner von beiden hat ihn angerührt. Seit Wochen kreisen die gleichen Gedanken in Annas Kopf: Die Distanz zwischen ihnen wächst, die Gespräche werden seltener, und wenn sie reden, endet es oft im Streit. Michael zieht sich zurück, Anna fühlt sich allein gelassen. Beide spüren: So kann es nicht weitergehen.
Vielleicht kennen Sie diese Situation. Vielleicht sitzen auch Sie gerade vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen wir professionelle Hilfe suchen? Und wenn ja - brauchen wir einen Psychologen oder einen Therapeuten? Was ist überhaupt der Unterschied?
Diese Fragen höre ich in meiner täglichen Arbeit als Psychologe für Paarberatung immer wieder. Und ich verstehe die Verwirrung - denn die Begriffe werden oft synonym verwendet, obwohl sie Unterschiedliches bedeuten.
Der Unterschied zwischen Psychologe und Therapeut
Lassen Sie mich zunächst Klarheit schaffen, denn diese Unterscheidung ist wichtiger, als viele denken.
Ein Psychologe hat ein vollständiges Studium der Psychologie absolviert - mindestens einen Bachelor und Master. Psychologen sind Experten für menschliches Verhalten, emotionale Prozesse und zwischenmenschliche Dynamiken. Sie können in verschiedenen Bereichen arbeiten: Forschung, Organisationspsychologie, Beratung oder auch in der klinischen Arbeit mit Paaren und Einzelpersonen.
Ein Therapeut (oder genauer: Psychologe) ist jemand, der eine spezifische Zusatzausbildung in einem anerkannten Therapieverfahren absolviert hat und die staatliche Approbation besitzt. Diese Ausbildung dauert nach dem Studium noch einmal 3 bis 5 Jahre. Psychologeen behandeln vor allem psychische Störungen wie Depressionen, Angststörungen oder Traumata.
Der entscheidende Punkt: Nicht jeder Psychologe ist Therapeut, aber viele Therapeuten sind Psychologen. Und für Beziehungsprobleme brauchen Sie nicht zwingend einen approbierten Psychologeen - oft ist die psychologische Beratung der bessere und schnellere Weg.
Sie erkennen sich in diesen Beschreibungen wieder?
Wir bei HalloPsychologe.de sind ein Team erfahrener Psychologen, die sich auf Paarberatung und Beziehungsthemen spezialisiert haben. In einem unverbindlichen Erstgespräch können wir gemeinsam Ihre Situation besprechen und den richtigen Weg für Sie finden.
Wann zum Psychologen, wann zum Therapeuten?
Sarah und Thomas kamen vor einigen Monaten zu mir in die Beratung. Ihre Geschichte ist exemplarisch für viele Paare, die ich begleite.
Thomas hatte seit der Geburt ihres zweiten Kindes immer mehr gearbeitet. Sarah fühlte sich mit den Kindern und dem Haushalt alleingelassen. Die Kommunikation war eingeschlafen - statt miteinander zu reden, funktionierten sie nur noch nebeneinander her. Abends schaute Thomas auf sein Handy, Sarah ging früh ins Bett. Intimität? Schon lange nicht mehr.
“Brauchen wir eine Beratung?”, fragte Sarah in unserem ersten Gespräch. Ihre Stimme klang müde, aber auch hoffnungsvoll.
Meine Antwort: Nicht unbedingt. Was Sarah und Thomas brauchten, war keine Behandlung einer psychischen Störung. Sie brauchten Unterstützung bei einem Beziehungsproblem - und das ist der klassische Fall für psychologische Beratung.
Psychologische Beratung ist der richtige Weg, wenn:
- Sie Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft haben
- Sie sich entfremdet fühlen
- Sie lernen möchten, Konflikte besser zu lösen
- Sie eine wichtige Entscheidung treffen müssen (Zusammenbleiben oder Trennung?)
- Sie nach einer Krise (Affäre, Vertrauensbruch) wieder zueinanderfinden möchten
- Sie präventiv an Ihrer Beziehung arbeiten wollen
psychologische Beratung ist angezeigt, wenn:
- Einer oder beide Partner unter einer diagnostizierten psychischen Störung leiden
- Schwere Depressionen oder Angststörungen die Beziehung belasten
- Traumatische Erfahrungen verarbeitet werden müssen
- Suchtprobleme im Spiel sind
Bei Sarah und Thomas arbeiteten wir in der Beratung an konkreten Themen: Wie können sie trotz des stressigen Alltags Zeit füreinander schaffen? Wie drücken sie ihre Bedürfnisse aus, ohne den anderen anzugreifen? Wie finden sie zurück zu emotionaler und körperlicher Nähe?
Nach zehn Sitzungen berichtete Sarah: “Es ist, als hätten wir uns neu kennengelernt. Wir reden wieder - wirklich reden, nicht nur organisieren.”
Die Geschichte von Lisa und Jonas: Wenn es komplexer wird
Nicht immer ist die Situation so klar wie bei Sarah und Thomas. Manchmal zeigt sich erst im Verlauf der Beratung, dass tieferliegende Themen eine Rolle spielen.
Lisa und Jonas kamen zu mir, weil Jonas “ständig ausrastete”, wie Lisa es beschrieb. Kleine Dinge - ein vergessener Einkauf, ein falsch geparktes Auto - führten zu explosiven Wutausbrüchen. Lisa hatte Angst, irgendetwas Falsches zu sagen. Die Atmosphäre zu Hause war angespannt.
In unseren Gesprächen wurde deutlich: Jonas’ Wut hatte Wurzeln, die weit in seine Kindheit zurückreichten. Ein strenger, kontrollierender Vater hatte ihm beigebracht, dass Emotionen Schwäche bedeuten - bis sie sich in unkontrollierten Ausbrüchen entluden.
In diesem Fall empfahl ich Jonas zusätzlich zur Paarberatung eine Einzeltherapie bei einem approbierten Psychologeen. Die Paarberatung konnte ihm helfen, im Moment besser mit seiner Wut umzugehen und Lisa nicht zu verletzen. Aber die tieferen Muster aus seiner Vergangenheit brauchten einen geschützten Raum und eine längerfristige therapeutische Begleitung.
Diese Kombination - psychologische Beratung für die Paardynamik, psychologische Beratung für individuelle Themen - ist oft der wirksamste Ansatz.
Praktische Tipps: So finden Sie den richtigen Experten
Die Entscheidung für professionelle Hilfe ist der erste und wichtigste Schritt. Hier sind konkrete Empfehlungen, wie Sie vorgehen können:
1. Reflektieren Sie Ihre Situation
Führen Sie eine Woche lang ein kurzes Tagebuch: Wann entstehen Konflikte? Wie fühlen Sie sich dabei? Welche Muster erkennen Sie? Diese Selbstbeobachtung hilft Ihnen, Ihre Anliegen klarer zu formulieren.
2. Recherchieren Sie gezielt
Suchen Sie nach “Psychologe Paarberatung” oder “Psychologische Beratung Beziehung” in Ihrer Region oder online. Achten Sie auf die Qualifikationen: Ein abgeschlossenes Psychologiestudium und Erfahrung in der Paarberatung sind wichtige Kriterien.
3. Nutzen Sie Erstgespräche
Die meisten Berater und Therapeuten bieten ein unverbindliches Erstgespräch an. Nutzen Sie diese Chance, um zu prüfen, ob die Chemie stimmt. Sie sollten sich verstanden und respektiert fühlen - das ist die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
4. Klären Sie die Rahmenbedingungen
Fragen Sie nach: Wie lange dauern die Sitzungen? Was kosten sie? Bietet der Experte auch Online-Beratung an? Bei psychologischer Beratung müssen Sie die Kosten in der Regel selbst tragen, bei psychologische Beratung übernimmt oft die Krankenkasse - allerdings mit langen Wartezeiten.
5. Gehen Sie den Weg gemeinsam
Idealerweise entscheiden Sie als Paar gemeinsam, professionelle Hilfe zu suchen. Aber auch wenn nur einer von Ihnen den ersten Schritt macht, kann das positive Veränderungen anstoßen.
Was Sie von professioneller Begleitung erwarten können
Viele Menschen haben Vorbehalte gegenüber psychologischer Unterstützung. “Wir schaffen das alleine”, “Das ist doch nur für Menschen mit echten Problemen”, “Was soll jemand Fremdes schon helfen?” - diese Gedanken höre ich oft.
Lassen Sie mich Ihnen sagen, was professionelle Begleitung wirklich bedeutet:
Ein neutraler Raum: In der Beratung haben Sie einen Ort, an dem beide Partner gleichberechtigt gehört werden. Kein Familienmitglied, das Partei ergreift. Keine Freunde, die vielleicht selbst in ähnlichen Situationen stecken. Ein geschulter Blick von außen.
Neue Perspektiven: Als Psychologe sehe ich Muster, die Sie selbst vielleicht nicht erkennen. Warum wiederholen sich bestimmte Konflikte? Welche unausgesprochenen Erwartungen stehen im Raum? Diese Erkenntnisse öffnen neue Wege.
Konkrete Werkzeuge: Sie lernen Techniken für bessere Kommunikation, für den Umgang mit Emotionen, für das Lösen von Konflikten. Diese Werkzeuge nehmen Sie mit in Ihren Alltag.
Hoffnung und Motivation: Manchmal ist allein das Wissen, dass jemand an Sie und Ihre Beziehung glaubt, der entscheidende Impuls für Veränderung.
In meiner Arbeit mit Paaren erlebe ich immer wieder, wie Menschen über sich hinauswachsen. Wie sie lernen, einander wirklich zuzuhören. Wie aus Fremden wieder Verbündete werden.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie sich in diesem Artikel wiedererkennen, lade ich Sie herzlich ein, den ersten Schritt zu machen. Auf HalloPsychologe.de biete ich Online-Beratung für Paare und Einzelpersonen an - flexibel, diskret und auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten.
Mehr Impulse für Ihre Beziehung finden Sie auf meinem YouTube-Kanal @PsychPatric oder folgen Sie mir auf Instagram @psypatric für tägliche Gedanken rund um Psychologie und Partnerschaft.
Mit herzlichen Grüßen,
Ihr Patric Pförtner
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