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Trennung respektvoll gestalten: Wie Sie eine Beziehung würdevoll beenden

Erfahren Sie vom Psychologen, wie Sie eine Trennung respektvoll und einfühlsam durchführen. Mit praktischen Tipps, Gesprächsleitfäden und konkreten Strategien für einen würdevollen Abschied.

17 Min. Lesezeit
Aktualisiert 23. Januar 2025

Die folgenden Geschichten basieren auf realen Erfahrungen aus meiner Praxis, wurden jedoch anonymisiert und verändert. Sie dienen als Inspiration für Veränderung und ersetzen keine professionelle Beratung.

Der schwerste Satz: “Wir müssen reden”

Stellen Sie sich vor: Es ist ein Sonntagnachmittag im März. Draußen erwacht die Natur zum Leben, während Sie am Küchentisch sitzen und auf Ihren Partner warten. Ihre Hände umfassen die Kaffeetasse, als könnten Sie sich daran festhalten. Das Herz rast, der Magen zieht sich zusammen. Gleich werden Sie die Worte aussprechen, die alles verändern: “Ich glaube, wir sollten uns trennen.”

Dieser Moment – diese unfassbare Schwere, die auf der Brust liegt – ist mir aus unzähligen Gesprächen in meiner Praxis vertraut. Als Psychologe für Paarberatung habe ich Hunderte Menschen durch genau diesen Prozess begleitet. Und eines kann ich Ihnen versichern: Eine Trennung respektvoll zu gestalten ist möglich, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.

Eine Trennung ist nicht nur das Ende einer Beziehung – es ist das Auflösen gemeinsamer Träume, das Zerfallen eines gemeinsamen Lebens, das Loslassen von Hoffnungen. Es verletzt beide Herzen, egal wer die Worte ausspricht. Denn oft liegt die Liebe noch da wie ein flackerndes Kerzenlicht, das langsam erlischt, auch wenn die Beziehung selbst längst zu einer Last geworden ist.

Vielleicht erkennen Sie sich in folgenden Gedanken wieder:

  • “Ich liebe meinen Partner noch, aber ich weiß, dass es nicht mehr funktioniert.”
  • “Wie sage ich es, ohne ihn oder sie zu verletzen?”
  • “Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich jetzt gehe?”
  • “Was, wenn ich einen Fehler mache?”

Diese Fragen sind nicht nur berechtigt – sie sind menschlich. In diesem Artikel möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie eine Trennung so respektvoll wie möglich gestalten können. Mit Würde, Empathie und der nötigen Klarheit für beide Seiten.

Martinas Geschichte: Wenn die Liebe nicht mehr reicht

Lassen Sie mich Ihnen von Martina erzählen, einer 34-jährigen Lehrerin, die vor drei Monaten zu mir in die Beratung kam. Ihre Stimme zitterte, als sie mir von ihrem Partner Stefan erzählte, mit dem sie seit sieben Jahren zusammen war.

“Ich liebe Stefan. Wirklich. Aber ich erkenne mich selbst nicht mehr. Ich habe meine Freundinnen vernachlässigt, meine Hobbys aufgegeben, sogar meinen Traum, noch einmal zu studieren. Alles, um unsere Beziehung zu retten. Aber egal, was ich tue – es fühlt sich an, als würde ich immer kleiner werden.”

Martina beschrieb, wie sie nachts wach lag und sich fragte, ob sie in fünf Jahren immer noch so leben würde. Die Vorstellung löste Panik in ihr aus. Stefan war kein schlechter Mensch – im Gegenteil. Er war liebevoll, fürsorglich, verlässlich. Aber ihre Lebenswege hatten sich unmerklich auseinanderbewegt, wie zwei Flüsse, die einst parallel flossen und nun verschiedene Richtungen einschlugen.

“Wie sage ich es ihm?”, fragte sie mich mit Tränen in den Augen. “Er wird es nicht verstehen. Wie kann ich jemanden verlassen, der mich liebt und dem ich nichts vorwerfen kann?”

Das ist die Crux vieler Trennungen: Nicht immer gibt es einen klaren Schuldigen, keinen dramatischen Betrug, keinen großen Streit. Manchmal ist es einfach das stille Auseinanderdriften, das uns zwingt, eine der schwersten Entscheidungen unseres Lebens zu treffen.

Die Anzeichen einer notwendigen Trennung:

  • Sie verlieren sich selbst: Ihre Persönlichkeit, Träume und Bedürfnisse werden immer kleiner
  • Chronische Unzufriedenheit: Das Gefühl, dass etwas grundlegend fehlt, lässt nicht nach
  • Mehr Leid als Freude: Die negativen Momente überwiegen deutlich die positiven
  • Keine gemeinsame Zukunftsvision: Wenn Sie an “in fünf Jahren” denken, sehen Sie sich getrennt
  • Emotionale Erschöpfung: Sie haben keine Energie mehr, um zu kämpfen

Für Martina war es wichtig zu verstehen: Eine respektvolle Trennung beginnt mit Ehrlichkeit – sich selbst gegenüber. Erst wenn Sie Klarheit über Ihre eigenen Gefühle und Motive haben, können Sie diese auch Ihrem Partner gegenüber ausdrücken.


Professionelle Begleitung in schweren Zeiten

Stehen Sie gerade vor einer ähnlichen Entscheidung?

Eine Trennung zu erwägen – oder sie durchzuführen – gehört zu den emotional belastendsten Erfahrungen im Leben. Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Als Team von erfahrenen Psychologen auf HalloPsychologe.de bieten wir Ihnen:

  • Einen geschützten Raum für Ihre Gefühle und Zweifel
  • Klarheit über Ihre Beziehungsdynamik und Ihre eigenen Bedürfnisse
  • Praktische Strategien für ein respektvolles Trennungsgespräch
  • Emotionale Unterstützung vor, während und nach der Trennung
  • Hilfe bei der Heilung und dem Neustart

Ob Sie noch unsicher sind, ob eine Trennung der richtige Weg ist, oder ob Sie bereits Ihre Entscheidung getroffen haben – wir begleiten Sie Schritt für Schritt.

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Die Vorbereitung: Der Weg zur inneren Klarheit

Bevor Sie das Trennungsgespräch führen, müssen Sie sich selbst im Klaren sein. Das ist nicht egoistisch – es ist notwendig. Ein wankelmütiges Trennungsgespräch verlängert nur den Schmerz für beide Seiten.

Thomas’ Fehler: Die impulsive Trennung

Thomas, 41, kam zu mir, nachdem er seine Partnerin Sabine “verlassen hatte” – nur um eine Woche später zurückzukommen. Und dann wieder zu gehen. Insgesamt drei Mal innerhalb von zwei Monaten.

“Ich weiß nicht, was mit mir los ist”, erzählte er verzweifelt. “Manchmal denke ich, ich muss weg. Aber sobald ich weg bin, vermisse ich sie wahnsinnig. Und wenn ich zurückkomme, fühlt sich alles wieder erdrückend an.”

Diese Hin-und-her-Bewegung ist grausam – für beide Partner. Thomas musste lernen, dass eine Trennung keine impulsive Entscheidung sein darf, die man in der Hitze eines Streits trifft. Sie erfordert tiefe Reflexion.

Fragen, die Sie sich ehrlich beantworten sollten:

  1. Ist dieses Problem lösbar? Handelt es sich um etwas, das mit Kommunikation, Therapie oder Kompromissen verbessert werden kann?

  2. Habe ich alles versucht? Können Sie sich später vorwerfen, nicht gekämpft zu haben?

  3. Wie sehe ich meine Zukunft? Wenn Sie sich Ihr Leben in einem Jahr vorstellen – sind Sie glücklicher mit oder ohne diese Person?

  4. Was sind meine wahren Motive? Flüchte ich vor Problemen, die ich auch in der nächsten Beziehung haben werde? Oder ist es die Beziehung selbst?

  5. Bin ich bereit für die Konsequenzen? Eine Trennung bedeutet Schmerz, Einsamkeit, vielleicht finanzielle Schwierigkeiten, möglicherweise gemeinsame Kinder, die leiden.

Ich empfahl Thomas, ein Tagebuch zu führen. Drei Wochen lang sollte er täglich aufschreiben: Wie fühle ich mich heute in der Beziehung? Was macht mir Angst? Was würde ich vermissen? Was erhoffe ich mir?

Am Ende dieser drei Wochen hatte Thomas Klarheit. Nicht weil alle Zweifel verschwunden waren – sondern weil er ein Muster erkannte: Die Momente der Leichtigkeit waren Ausnahmen geworden. Die Grundstimmung war Erschöpfung.

Praktische Schritte zur inneren Klarheit:

  • Schreiben Sie Pro-und-Contra-Listen: Nicht über Ihren Partner als Person, sondern über die Beziehung als Ganzes
  • Sprechen Sie mit einer vertrauten Person: Jemand, der beide Seiten kennt und ehrlich ist
  • Stellen Sie sich das schlimmste Szenario vor: Was passiert, wenn Sie gehen? Was passiert, wenn Sie bleiben?
  • Hören Sie auf Ihren Körper: Wie fühlen Sie sich körperlich in der Gegenwart Ihres Partners? Entspannt oder angespannt?
  • Geben Sie sich Zeit: Entscheidungen unter Druck sind selten die besten

Erst wenn Sie wirklich sicher sind, sollten Sie zum nächsten Schritt übergehen.

Das Trennungsgespräch: Würde bewahren in schweren Momenten

Lauras Mut: Ein Gespräch, das beide respektiert

Laura, 28, hatte monatelang mit sich gerungen, bevor sie das Gespräch mit ihrem Freund Markus führte. Als sie mir davon erzählte, war es nicht die Trennung selbst, die sie bewegte – es war die Art, wie sie stattgefunden hatte.

“Ich habe mich vorbereitet. Ich wusste, was ich sagen wollte. Ich habe einen Zeitpunkt gewählt, an dem wir beide frei hatten, keinen Stress. Wir saßen in unserem Wohnzimmer, und ich habe angefangen mit: ‘Markus, ich muss mit dir über etwas Wichtiges sprechen. Es ist nicht leicht für mich.’”

Laura hatte verstanden, was viele nicht wissen: Wie Sie es sagen, ist fast so wichtig wie was Sie sagen.

Die Grundprinzipien eines respektvollen Trennungsgesprächs:

1. Der richtige Ort und Zeitpunkt

  • Privat und ungestört: Nicht in der Öffentlichkeit, nicht im Beisein anderer
  • Nicht mitten in einem Streit: Das Gespräch sollte in Ruhe stattfinden, nicht emotional aufgeladen
  • Genug Zeit einplanen: Nicht kurz vor einem wichtigen Termin oder spät abends, wenn beide erschöpft sind
  • Nicht an besonderen Tagen: Vermeiden Sie Geburtstage, Feiertage oder Jahrestage

Laura wählte einen Sonntagvormittag. Beide hatten ausgeschlafen, gefrühstückt, keinen Druck. Markus bemerkte ihre Nervosität und fragte: “Ist alles okay?”

“Nein”, antwortete sie ehrlich. “Aber ich muss mit dir reden.”

2. Die Worte mit Bedacht wählen

Vermeiden Sie:

  • ❌ Schuldzuweisungen: “Du hast mich nie verstanden!”
  • ❌ Verallgemeinerungen: “Du bist immer…”
  • ❌ Vergleiche: “Mit dir ist es nicht wie mit…”
  • ❌ Falsche Hoffnungen: “Vielleicht später mal…”

Nutzen Sie stattdessen:

  • ✅ Ich-Botschaften: “Ich habe gemerkt, dass ich…”
  • ✅ Konkrete Beobachtungen: “Ich fühle mich in unserer Beziehung…”
  • ✅ Ehrliche Emotionen: “Es tut mir weh, aber…”
  • ✅ Klare Aussagen: “Ich habe die Entscheidung getroffen, dass…”

Laura sagte: “Markus, ich habe in den letzten Monaten viel nachgedacht. Ich habe gemerkt, dass ich in unserer Beziehung nicht mehr glücklich bin. Es liegt nicht an dir als Person – du bist ein wundervoller Mensch. Aber ich habe das Gefühl, dass wir uns in verschiedene Richtungen entwickelt haben. Und so sehr es mir das Herz bricht: Ich glaube, wir sollten uns trennen.”

3. Raum für Emotionen lassen

Markus’ erste Reaktion war Schock. Dann Tränen. Dann Wut: “Warum hast du nichts gesagt? Warum hast du mich nicht kämpfen lassen?”

Laura blieb ruhig. Sie verteidigte sich nicht, unterbrach nicht, wurde nicht defensiv. Sie hörte zu. Sie hielt aus, dass er weinte, dass er Fragen stellte, dass er versuchte, sie umzustimmen.

“Ich verstehe, dass du wütend bist”, sagte sie. “Ich wünschte, es wäre anders. Aber ich kann nicht mehr. Nicht, weil du schlecht bist, sondern weil ich mich verloren habe.”

Was tun bei emotionalen Reaktionen:

  • Bei Tränen: Bieten Sie Trost an, wenn es sich richtig anfühlt, aber bleiben Sie bei Ihrer Entscheidung
  • Bei Wut: Bleiben Sie ruhig, lassen Sie die Emotionen zu, verteidigen Sie sich nicht
  • Bei Bitten: Erklären Sie sanft aber bestimmt, dass Ihre Entscheidung feststeht
  • Bei Verständnis: Wertschätzen Sie die Reife, aber lassen Sie sich nicht von Schuldgefühlen leiten

4. Praktische Dinge klären (aber nicht sofort)

Laura machte etwas sehr Kluges: Sie sprach nicht über Wohnung, Möbel oder gemeinsame Freunde. Nicht in diesem Moment.

“Wir können über die praktischen Dinge in ein paar Tagen sprechen”, sagte sie. “Jetzt müssen wir beide erst einmal verarbeiten, was gerade passiert ist.”

Organisatorische Details können später besprochen werden. Das erste Gespräch sollte dem emotionalen Prozess Raum geben.

Anna und Sebastians Fehler: Was Sie vermeiden sollten

Nicht jedes Trennungsgespräch läuft respektvoll ab. Anna, 32, kam zu mir in Tränen aufgelöst, nachdem ihr Ex-Freund Sebastian die Beziehung beendet hatte – per WhatsApp-Nachricht. Um 23 Uhr. An einem Dienstag.

“Er hat einfach geschrieben: ‘Ich glaube, das passt nicht mehr. Lass uns das beenden.’ Und dann auf ‘Gelesen’ gestellt. Ich habe ihn hundertmal angerufen. Nichts. Am nächsten Tag hat er mich blockiert.”

Das ist das Gegenteil von Respekt. Es ist Feigheit.

Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten:

1. Die digitale Trennung

Niemals per:

  • SMS oder WhatsApp (es sei denn, es besteht eine Gefahr für Ihre Sicherheit)
  • E-Mail
  • Social Media
  • Über andere Personen

Eine Beziehung, die im echten Leben stattgefunden hat, verdient eine Trennung im echten Leben. Ausnahme: Bei missbräuchlichen Beziehungen oder Gefahr – dann ist Ihre Sicherheit wichtiger als Konventionen.

2. Das Ghosting

Sebastian reagierte nicht mehr auf Annas Anrufe oder Nachrichten. Er löschte sie einfach aus seinem Leben, als hätte sie nie existiert. Das hinterlässt tiefe Wunden und erschwert die Heilung enorm.

“Ich weiß nicht mal, was ich falsch gemacht habe”, weinte Anna. “War ich zu viel? Zu wenig? Hat er jemand anderen?”

Diese Unsicherheit ist toxisch. Sie hindert Menschen daran, abzuschließen.

3. Die Hinhaltetaktik

Das Gegenteil von Ghosting, aber genauso schädlich: Jemanden hinhalten mit vagen Aussagen wie:

  • “Ich brauche nur Zeit zum Nachdenken”
  • “Vielleicht später, wenn ich bereit bin”
  • “Lass uns eine Pause machen, aber nicht ganz Schluss machen”

Entweder Sie sind bereit, die Beziehung fortzuführen – oder nicht. Grauzonen sind grausam.

4. Das öffentliche Drama

Manche Menschen machen ihre Trennung zum Spektakel: Posts auf Social Media, Bloßstellen des Ex-Partners, öffentliche Auseinandersetzungen.

Respekt bedeutet auch: Die Intimität Ihrer Beziehung schützen, auch wenn sie endet.

5. Die Schuldzuweisung

“Du bist schuld, dass es nicht funktioniert hat” ist keine hilfreiche Aussage. Beziehungen scheitern selten einseitig. Selbst wenn Ihr Partner Fehler gemacht hat – das Trennungsgespräch ist nicht der Ort für eine Generalabrechnung.

Ein respektvolles Trennungsgespräch schützt die Würde beider Menschen – auch wenn der Schmerz groß ist.

Die Zeit danach: Heilung für beide Seiten

Die Trennung ist ausgesprochen, die Tränen geflossen, die ersten schlaflosen Nächte überstanden. Aber wie geht es jetzt weiter?

Michaels Weg: Von der Trennung zur Heilung

Michael, 36, trennte sich nach neun Jahren von seiner Partnerin Julia. Die ersten Wochen danach beschrieb er als “emotionales Chaos”.

“Ich schwankte zwischen Erleichterung und tiefer Traurigkeit. Manchmal wachte ich auf und griff automatisch nach meinem Handy, um ihr eine Nachricht zu schreiben. Dann realisierte ich: Das geht nicht mehr. Und dieser Stich im Herzen – jedes Mal wieder.”

Heilung nach einer Trennung ist kein linearer Prozess. Es ist eher wie Wellen: Manchmal geht es Ihnen gut, dann kommt plötzlich wieder eine Welle der Trauer.

Die Phasen nach einer respektvollen Trennung:

Phase 1: Schock und Verleugnung (Tage 1-7)

Auch wenn Sie die Trennung selbst initiiert haben, kann es sein, dass Sie sich surreal anfühlt. Ihr Gehirn braucht Zeit, um die neue Realität zu verarbeiten.

Was hilft:

  • Strukturen beibehalten (Arbeit, Sport, Routinen)
  • Mit vertrauten Menschen sprechen
  • Sich nicht isolieren
  • Die Emotionen zulassen, aber sich nicht darin verlieren

Phase 2: Emotionales Chaos (Woche 2-6)

Hier kommen die großen Gefühle: Trauer, Wut, Schuld, Sehnsucht. Alles durcheinander, manchmal innerhalb weniger Stunden.

Michael: “An einem Abend war ich so wütend auf Julia – für Dinge, die sie nie getan hatte. Nur weil ich jemanden brauchte, dem ich die Schuld geben konnte. Am nächsten Morgen heulte ich, weil ich ihren Kaffee in der Küche vergessen hatte.”

Was hilft:

  • Journaling: Schreiben Sie Ihre Gefühle auf
  • Sport: Körperliche Bewegung verarbeitet Stresshormone
  • Therapie: Ein professioneller Raum für Ihre Emotionen
  • Kein Kontakt: So hart es ist – Abstand hilft heilen

Phase 3: Akzeptanz und Neuorientierung (Monat 2-6)

Langsam kehrt Ruhe ein. Sie denken immer noch an Ihren Ex-Partner, aber es tut nicht mehr so weh. Sie beginnen, sich zu fragen: Wer bin ich ohne diese Beziehung?

Michael entdeckte alte Hobbys wieder: Er fing an, Gitarre zu spielen, traf sich wieder mit Freunden, die er vernachlässigt hatte, meldete sich für einen Kochkurs an.

“Ich hatte vergessen, dass ich Dinge liebe, die nichts mit Julia zu tun haben. Ich war so lange ‘Michaels-und-Julias-Paar’, dass ich vergessen hatte, einfach nur Michael zu sein.”

Was hilft:

  • Neue Routinen etablieren
  • Alte Leidenschaften wiederentdecken
  • Neue Erfahrungen machen
  • Sich selbst wieder kennenlernen

Phase 4: Wachstum und Vorwärtsschauen (Monat 6+)

Die Trennung ist jetzt Teil Ihrer Geschichte, aber nicht mehr das Zentrum Ihres Lebens. Sie können ohne Bitterkeit an die Beziehung zurückdenken – vielleicht sogar mit Dankbarkeit für das, was sie Ihnen gelehrt hat.

Michael, ein Jahr später: “Ich bereue die Trennung nicht. Ja, es tat weh. Aber ich bin heute ein besserer Mensch. Ich weiß jetzt, was ich in einer Beziehung brauche. Und was ich nicht mehr akzeptieren werde.”

Was hilft:

  • Reflexion: Was habe ich gelernt?
  • Vergebung: Sich selbst und dem Ex-Partner vergeben
  • Offenheit für Neues: Aber keine Eile
  • Stolz auf den eigenen Weg: Sie haben etwas Schwieriges gemeistert

Grenzen setzen: Kontakt nach der Trennung

Eine der häufigsten Fragen: “Können wir Freunde bleiben?”

Die ehrliche Antwort: Vielleicht. Aber nicht sofort.

Sophies Dilemma: Der gut gemeinte Fehler

Sophie, 30, trennte sich von ihrem Partner David. Beide waren sich einig: Sie wollten “zivilisiert” bleiben, schließlich hatten sie drei Jahre zusammen verbracht.

“Wir haben uns weiterhin getroffen. Zum Kaffee, zum Spazierengehen. Er hat mir von seinem Tag erzählt, ich von meinem. Es fühlte sich vertraut an.”

Das Problem: Sophie heilte nicht. Jedes Mal, wenn sie David sah, rissen alte Wunden wieder auf. Als er ihr nach zwei Monaten erzählte, dass er jemanden gedatet hatte, brach für sie eine Welt zusammen.

“Ich dachte, ich wäre über ihn hinweg. Aber ich hatte mich nur selbst belogen.”

Regeln für Kontakt nach der Trennung:

  1. Minimaler bis kein Kontakt für mindestens 3 Monate: Diese Zeit braucht Ihr Gehirn, um die Bindung zu lösen

  2. Keine gemischten Signale: Kein “Wir schlafen noch zusammen, aber sind nicht zusammen”

  3. Soziale Medien überdenken: Müssen Sie wirklich sehen, was Ihr Ex postet?

  4. Praktisches klären, dann Abstand: Wohnung, Finanzen, gemeinsame Dinge – alles zügig regeln, dann Raum schaffen

  5. Nur Freundschaft, wenn beide geheilt sind: Echte Freundschaft ist erst möglich, wenn keine romantischen Gefühle mehr im Spiel sind

Wann Kontakt in Ordnung ist:

  • Bei gemeinsamen Kindern (dann ist Kooperation nötig)
  • Bei geteilten Geschäften oder Verpflichtungen
  • Nach ausreichend Zeit und echter emotionaler Distanz

Wann Kontakt vermieden werden sollte:

  • Wenn eine Person noch Hoffnung auf eine Versöhnung hat
  • Bei toxischen oder missbräuchlichen Beziehungsmustern
  • Wenn Kontakt den Heilungsprozess stört

Sophie lernte: Manchmal ist Abschied auch Abschied nehmen von der Vorstellung, dass man “erwachsen” sein muss. Manchmal ist Erwachsensein, zu erkennen: Ich brauche Abstand.


Ihr Weg zu Klarheit und Heilung

Wenn Sie diese Zeilen lesen, befinden Sie sich vielleicht mitten in einem der schwierigsten Momente Ihres Lebens. Vielleicht haben Sie die Entscheidung schon getroffen, vielleicht ringen Sie noch damit. Vielleicht sind Sie derjenige, der verlassen wurde, und suchen nach Verständnis.

Was auch immer Ihre Situation ist – Sie verdienen professionelle Unterstützung.

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  • Strategien entwickeln: Wie führen Sie das Trennungsgespräch respektvoll?
  • Emotionen verarbeiten: Wie gehen Sie mit Schuld, Trauer und Angst um?
  • Heilung begleiten: Wie finden Sie wieder zu sich selbst?
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Sie sind nicht allein

Jeden Tag begleite ich Menschen wie Sie durch die schwierigsten Phasen ihres Lebens. Was heute wie ein Ende aussieht, kann der Beginn von etwas Neuem sein – einer tieferen Selbstkenntnis, einer authentischeren Lebensweise, einer Beziehung zu sich selbst, die Sie nie hatten.

Eine respektvolle Trennung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Akt der Selbstfürsorge und der Würde – für Sie und Ihren Partner.

Mit herzlichen Grüßen,

Patric Pförtner Psychologe für Paarberatung & Beziehungsthemen


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Psychologe M.Sc. Patric Pförtner

Über den Autor

Psychologe M.Sc. Patric Pförtner

M.Sc. Psychologe · Positive Psychologie · Online-Beratung

Als Psychologe liegt mir am Herzen, psychologisches Wissen verständlich und praxisnah zu vermitteln. Meine Artikel basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und meiner Erfahrung aus der Beratungspraxis – damit Sie konkrete Impulse für Ihr Leben mitnehmen können.

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